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Am Horizont – Petra Wüllenweber schildert auf drastisch realistische Weise das Leben mit Alzheimer

Wo Meer und Himmel sich berühren

von Elena Philipp

Janek soll beim nächsten Schwimmwettbewerb starten. Sein Opa, der 1968 bei den Olympischen Spielen angetreten ist, hat ihn im Delphinschwimmen trainiert. Doch Janek fühlt sich noch nicht bereit, er hat Angst und andere Probleme. In der Schule droht er sitzen zu bleiben, und dann zieht Opa auch noch bei ihm und seiner Mutter ein - in Papas Arbeitszimmer, so dass der Vater, der die Familie verlassen hat, aus Janeks Sicht keinen Platz mehr in der Wohnung hat. Gefragt hat ihn niemand, und Janek fühlt sich allein gelassen.

 

Die Trennung der Eltern, Versagensängste, Schulsorgen - das sind ganz normale Probleme für viele Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, für die Petra Wüllenweber "Am Horizont" geschrieben hat. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass Janek noch eine viel größere Herausforderung zu meistern hat: Sein Opa hat Alzheimer. Vergisst er anfangs nur, dass der Bademantel kein Kleidungsstück für die Straße ist, so hat er am Schluss vergessen, dass Janek sein Enkel ist. Janek, dessen Mutter viel arbeitet und der mit Opa allein ist, wird mit extremen Situationen konfrontiert. Was tun, wenn Opa  seine Möbel im Zimmer aufeinander türmt, um sie zu verbrennen, oder wenn er aus dem Fenster in den Himmel springen möchte? Eine große Verantwortung für einen Jugendlichen. Gut, dass Janek sich mit der Neuen in der Klasse anfreundet. Annas Vater ist Apotheker, sie weiß, was Alzheimer ist und hilft ihm, das Verhalten des Großvaters zu verstehen.

Drastisch realistisch schildert Petra Wüllenweber in ihrem Stück den Verlauf der Krankheit. Aber sie zeigt auch, wie man den schleichenden Verlust eines Angehörigen durch die Krankheit bewältigen kann - und wie wichtig es ist, Freunde zu haben. Anna überredet Janek zur Teilnahme am Wettkampf, und im Wasser fällt die Angst von ihm ab, wie es ihm der Opa prophezeit hat. Er wird Dritter, und er findet eine Möglichkeit, den Tod des Opas für sich zu verarbeiten. "Ich weiß jetzt, wie Opa in den Himmel gelangt. Schließlich ist er ein Delphinschwimmer. Wenn du am Strand stehst, siehst du, wie sich weit draußen Meer und Himmel berühren. Da schwimmt Opa hin. Er schwimmt zum Horizont." Ein tröstliches Bild. Auch wenn der Großvater "auf seinem Weg in den Himmel" ist - in Janeks Erinnerung wird er lebendig bleiben.

 

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