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Sieben Fragen an Petra Wüllenweber

Auf der Woge des Vergessens

1. Das Schwimmen verbindet in Ihrem Stück den Großvater und den Enkel. Warum ist es gerade dieser Sport?

Das Schwimmen ist die Bewegung in einem anderen Element. Alle Stimmen und Geräusche klingen unter Wasser anders. Die Welt im und unter Wasser ist eine andere – so wie die Welt des Opas durch seine Krankheit ein völlig andere geworden ist. Janek und sein Opa müssen beide lernen, mit ungewohnten Widerständen umzugehen.



2. Sie schildern den Verlauf der Krankheit Alzheimer auf drastisch realistische Weise. Wie viel harte Realität kann man 10jährigen im Theater zumuten?

 

Das Drastische begegnet den Kindern im Leben. Und in diesem Fall viel unmittelbarer und nicht nur als "Theater". Das Stück "Am Horizont" bietet eine Chance zu verstehen was passiert, wenn jemand an Alzheimer erkrankt. Und es zeigt auch, wie schwer dieser Zustand für die Angehörigen ist. Das Thema Demenz existiert in unserer Gesellschaft – es aufzugreifen heißt, Kinder mit ihren Fragen dazu ernst zu nehmen.

3. Sie schreiben nicht nur Theaterstücke für Kinder, sondern sind auch als Regisseurin tätig. Inwieweit haben Sie beim Schreiben die szenische Realisierung Ihres Stückes im Kopf?

Beim Schreiben denke ich in erster Linie an die Geschichte – also an die Charaktere und die Handlung. In welcher Form dies szenisch realisiert wird, überlasse ich dem jeweiligen Regieteam.

4. Wie kommt es, dass Sie bei Ihrem eigenen Stück nicht auch selbst als Regisseurin die Uraufführung übernommen haben?

Ursprünglich war geplant, dass ich die Uraufführung inszeniere. Doch als der Premierentermin feststand, hatte ich für diesen Zeitpunkt bereits einem anderen Intendanten eine Regie zugesagt. Auf Thomas Hölzls Inszenierung vom "Am Horizont" war ich gespannt und habe mich über das Ergebnis sehr gefreut.

5. Janek bezweifelt, dass sein Opa, der nie viel in die Kirche ging, wirklich in den Himmel kommt. Im Schlussbild meint dann "in den Himmel kommen" auch eher so etwas wie "bis zum Horizont schwimmen". Kann man vom Tod eines Mitmenschen versöhnlich erzählen, wenn man die religiöse Heilserwartung durchstreicht?

Janeks Mutter hilft ihr Glaube, die Krankheit ihres Vaters zu akzeptieren. Doch Janek weiß, dass sein Opa nicht so religiös war und sorgt sich deshalb. In der Vorstellung, dass sein Opa bis zum Horizont hinausschwimmt, findet Janek Trost. Denn hier treffen Himmel und Wasser zusammen. Der Horizont ist das letzte große Ziel für seinen Opa. Und der Weg dorthin steht für die Unendlichkeit von vielem. Den Verlust eines geliebten Menschen erleben wir alle anders. Und manchmal müssen wir auch unsere eigenen Bilder finden, unseren Schmerz, unsere Angst und unsere Hoffnung zu formulieren.

6. Die diesjährigen Mülheimer "KinderStücke" werden erstmals als Wettbewerb ausgerichtet. Wirkt Konkurrenz für die Kunst befruchtend?

Die Nominierung für die Mülheimer Theatertage ist für jeden Autor bereits eine Auszeichnung. Dass ein Stück dann den Preis gewinnt, erhöht die Spannung. Die Basis, ein Stück zu schreiben, ist für mich jedoch nicht das Schielen auf einen Preis, sondern der Wunsch, eine Geschichte zu erzählen, die mich und andere bewegt.

7. Mit welcher Figur aus der Literatur- oder Weltgeschichte würden Sie gern mal ein Bier trinken gehen?

... mit Shakespeare. Und mit ihm dürften es gerne auch 2 Bier sein.


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