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Sieben Fragen an Katrin Lange

Krauses Daneben-Denken

1. Mit "Alice: Im Wunderland!" greifen Sie auf einen klassischen Stoff von Lewis Caroll zurück. Wo lag für Sie der Reiz einer Neubearbeitung?

Die beiden "Alice"-Bände waren die ersten Bücher, die ich mit eigenen Augen selber gelesen habe – davor lag die lange Zeit des würdelosen Vorgelesen-Bekommens. Ich war sieben, und seitdem lebt ein – nicht unbeträchtlicher! – Teil von mir in Carolls Paralleluniversum und ist mit der Heldin Alice eng befreundet. Irgendwann mußte es also mal raus.



2. Die ästhetische Kraft von "Alice" rührt u. a. aus den oft absurden Wortspielen. Wie weit spielte der englische Originaltext in Ihre eigene poetische Arbeit hinein?

 

Das englische Original eher weniger, aber das Spiel mit der Sprache, das ja auch in den verschiedenen Übersetzungen (sicher in unterschiedlicher Qualität) gut rüberkommt, hat mein Sprachgefühl schon von Anfang an geprägt. Krause Daneben-Sprache markiert krauses Daneben-Denken, und davon können wir ja ziemlich viel brauchen – hab ich früh begriffen.

3. Bearbeitungen klassischer Stoffe werden zu den Mülheimer Theatertagen selten eingeladen, weil sie es schwerer haben, den geforderten Originalwerkcharakter unter Beweis zu stellen? Was spricht für den literarischen Eigenwert Ihrer Adaption?

Keine Ahnung – das zu ermitteln, dafür gibts die Jury!

Im Ernst: Ich denk schon, daß die Wieder- und Wieder-Aufbereitung klassischer Stoffe (wozu ich natürlich auch Märchen und Mythen rechne) für das Kindertheater unverzichtbar ist – oder sollen unsere Zuschauer nur von Kinderzimmer- und Schulhofabenteuern leben? Märchen und Mythen – und "Alice" hat ja unter anderem von beidem was – transportieren die GROSSE WELT aufs Theater, Räume, Zeiträume, Wunder, große Themen wie Leben und Sterben und Krieg und Liebe.

Ich freue mich natürlich, wenn andere, zum Beispiel eine Jury, das offensichtlich ähnlich sehen.

4. Alice befriedet die Kämpfenden im Wunderland durch ihren Gesang. Inwiefern hat die Kunst auch in der realen Welt utopisches Potential?

Ich hoffe doch sehr, daß sie es hat. Manches spricht dafür – der allgemeine Weltzustand eher dagegen. Sollen wir deshalb aufhören, welche zu machen?

5. In Ihrem Stück lernt Alice und mit ihr das Publikum, dass man mit Egoismus allein nicht weiterkommt. Braucht das Kindertheater klare Botschaften?

Bitte keinen Unterschied machen zwischen Kindern und Erwachsenen – ein bißchen mehr Klarheit können wir alle brauchen, oder nicht?

Aber "Botschaft"? Nein, danke. Ich glaube nicht, daß ein Autor ein Botschafter oder Pädagoge ist. Ich schreibe auf, was ich weiß; kann sich einer draus nehmen, was er will, oder es bleiben lassen, darauf habe ich keinen Einfluß. Im vorliegenden Fall artikuliere ich eine lebenslange Erfahrung: Wenn jemand immer noch und noch und noch mehr will – ob es sich da im Tortenstücke, Erdöl-Quellen oder Bankboni handelt –, führt das zu Gewalt und Krieg. Wovon am Ende keiner was hat, nicht mal die, die den Schweinkram angezettelt haben; sie hocken auf der verbrannten Erde und glotzen die Zinksärge an.

6. Sie sind bereits Trägerin des Deutschen Kindertheaterpreises (2008). Wie wichtig ist für Sie die Teilnahme an den Mülheimer "KinderStücken", die dieses Jahr erstmals als Wettbewerb veranstaltet werden?

Eine große Ehre, nachdem ich jahrelang neidvoll das Programm angestarrt habe und nicht dabei war.

7. Mit welcher Figur aus der Literatur- oder Weltgeschichte würden Sie gern mal ein Bier trinken gehen?

Ich bin kein Biertrinker...

Aber das weiße Kaninchen hätte ich schon gern kennengelernt. Ersatzweise würde ich auch Charles Dodgson alias Lewis Caroll gern treffen, denn das weiße Kaninchen hat bestimmt – wie sich das für jeden Autor gehört – autobiographische Züge.


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